15 Kilo wiegt der Tonkrug, den die junge Ikram täglich drei bis vier Stunden durch die trockene Landschaft tragen muss, um zur nächstgelegenen Wasserstelle zu kommen. Der Lederrriemen, an dem sie den Tonkrug auf dem Rücken trägt, schneidet in die Haut, die Sonne brennt vom Himmel. Der Rückweg vom Brunnen ist noch beschwerlicher: Denn mit Wasser gefüllt, wiegt das Tongefäß noch mal 15 bis 20 Kilo zusätzlich. Eine Alternative gibt es derzeit nicht: Der weit entfernte Brunnen ist die einzige Möglichkeit für die Familie, an frisches Trinkwasser zu gelangen. Manchmal ist trotz der langen Wegstrecken auch nur verunreinigtes Wasser zu finden. Dieses führt zu vielen Infektionskrankheiten, denen vor allem Kinder zum Opfer fallen.
Neuer Brunnen für das Dorf
In ein paar Monaten wird es jedoch für Ikram und die vielen anderen Frauen, die täglich zur Wasserstelle laufen, einfacher werden: Die Stiftung “Menschen für Menschen – Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe” plant ganz aktuell, in Ikrams Dorf einen neuen Brunnen zu bauen, um den Menschen zu sauberem Wasser direkt vor Ort zu ermöglichen. In ihren neun Projektgebieten in Äthiopien hat Menschen für Menschen insgesamt bereits über 1.400 Wasserstellen und 65 Wasserreservoires errichtet. Ein Brunnen kostet rund 1.500 Euro und bietet im Schnitt 1.500 Menschen die Chance auf ein besseres Leben.
Hinzu kommen neue Bewässerungsteiche sowie landwirtschaftliche Bewässerungssysteme, die zwei bis drei Ernten pro Jahr ermöglichen – statt der kärglichen einen Ernte, die oft auch noch von der richtigen Stärke und dem Zeitpunkt der Regenzeit abhängt. Regnet es zu viel oder zu wenig, zu früh oder zu spät im Jahr, sind Ernten gefährdet. Durch die künstlichen Bewässerungssysteme sind die Bauern unabhängiger von der Regenzeit und den klimatischen Veränderungen, die auch Äthiopien bereits stark zu spüren bekommt.
Spenden für ein besseres Leben
Für Wasser zu spenden, lohnt also auf jeden Fall: In Äthiopien hat rund 60 Prozent der Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, wobei die Situation auf dem Land besonders dramatisch ist. Selbst in der Hauptstadt Addis Abeba verfügt nur ein Viertel der Bevölkerung über hygienisch einwandfreies Trinkwasser aus der Wasserleitung. Je mehr Brunnen gebaut werden, umso mehr Menschen bleiben gesund und brauchen nicht mehr Hunger zu leiden.
Wer nicht mehr bis zu unserer nächsten Aktion “Tore von Afrika für Afrika” bei der WM 2014 warten will, kann auch jetzt schon etwas dazu beitragen, dass noch mehr Brunnen in Äthiopien gebaut werden können: https://www.menschenfuermenschen.de/Spenden/Onlinespenden/index.htm/
PS: Wer noch mehr Artikel über das Thema Wasser lesen will, sollte sich heute auf den verschiedensten Blogs umschauen. Denn heute, am 15. Oktober, ist Blog Action Day! Mehr dazu auf http://blogactionday.change.org/